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Bologneser oder Bolonka franzuska ?
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Grus51
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Beitrag1/1, Verfasst am: 15.08.2017, 10:50   

Betreff:   Bologneser oder Bolonka franzuska ?
Zusatz:       Mythen und Wahrheiten
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Aufgrund vieler Falschaussagen im Internet, speziell auf den Homepages diverser Hundezüchter und solcher die sich dafür ausgeben, veröffentlichen wir hier die offizielle Stellungnahme vom Zuchtbuchamt des VK:

Zitat:

"Als Zuchtbuchführerin des Verbandes Deutscher Kleinhundezüchter (seit 1982, und noch heute im Amt) kann ich bestätigen, dass ich den ersten "Ost"-Bologneser bereits 1982 in unser Zuchtbuch übernommen habe.
Es handelte sich um eine direkt aus Russland importierte Hündin namens "Julia", die dann auch sehr erfolgreich ausgestellt und mit der mehrfach gezüchtet wurde. Selbstverständlich wiesen ihre Originalpapiere auch die Rassebezeichnung "Bolonka franzuska" auf, aber zumindest in Russland war es nie zur Diskussion gestanden, dass es sich dabei um Bologneser handelt.
Dennoch wollte ich es offiziell haben und kontaktierte den damals amtierenden Generalsekretär der FCI, Herrn Defraiteur. Nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen in Moskau wurde ihm das auch offiziell bestätigt, und so stand einer Übernahme als Bologneser nichts mehr im Wege.
Dementsprechend wurden dann in 1990 auch die Hunde aus dem VKSK (DDR-Pendant zum VDH) übernommen.

Nur zur Erklärung: Ahnentafeln sind Urkunden im juristischen Sinne, der VK ist der älteste zuchtbuchführende Verein für Kleinhunde im VDH (seit 1948), es wäre uns nie in den Sinn gekommen, eigenmächtig Rassezuordnungen abzuändern. Das nehmen wir schon bei Einzelübernahmen penibel genau, und bei Massenübernahmen wie nach der Wende 1990 umso mehr.

Zur Entwicklung der Bichonrassen: Es gibt heute 6 FCI-anerkannte Rassen, die der Bichongruppe zugeordnet sind: Bichon frisé, Bologneser, Coton de Tuléar, Havaneser, Malteser und Löwchen.

Eine weitere Rasse, der Bolonka zwetna, wird zwar international gezüchtet, ist offiziell aber keine FCI-Rasse, dafür müßte das Ursprungsland einen Antrag bei der FCI stellen, was bislang aber nicht geschehen ist. Es ist eine sehr alte Rassengruppe, deren Ursprung im Mittelmeerraum liegt, von wo aus sie sich verbreitete. Es waren seit Anbeginn Luxushündchen, die über die gesamten Jahrhunderte vornehmlich in den oberen und obersten Gesellschaftsschichten gehalten wurden.
Gezielt rassereine Zucht gibt es erst ab Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts, davor wurde nach Typ oder Laune gezüchtet, und die Bezeichnungen für einzelne Typen variierten entsprechend. Da die Verbreitung dieser Luxusrassen jedoch nur in höchst privilegierten Kreisen erfolgte, blieben die einzelnen Varietäten im Typ differenzierbar, so dass sich auch für die spätere Einteilung in "Rassen" mit festgelegtem Standard keine großen Probleme ergaben. Der Bologneser-Komplex nahm seinen Ursprung in Italien, als Gastgeschenke unter befreundeten Herrscherhäusern gelangten die Hunde von dort an den französischen Hof, und da dieser ein Dreh- und Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens war, wurden diese Hunde auch international sehr bekannt (Madame de Pompadour dürfte eine wichtige Rolle bei der Popularität dieser Hunde gespielt haben).
Ob die Hunde der Zarin Katharina direkt aus Italien oder Frankreich kamen, läßt sich nicht mehr zweifelsfrei belegen, da aber aus genannten Gründen der Bekanntheitsgrad durch Frankreich überwog, floss dieser in Russland als Französischer Bolonka (Bolonka franzuska) in die russische Rassebezeichnung ein. Die italienischen und russischen Linien verblieben in ihren elitären Kreisen und entwickelten sich zwar räumlich getrennt, aber typmäßig parallel zum heutigen Bologneser weiter. Der französische Zweig erfuhr durch die Revolution einen markanten Einschnitt in ihrer Entwicklung: Da sie sich von nun an in "normalen Umgebungen" behaupten mußten, bedurfte es einer robusteren Gesamterscheinung, und da sich hauptsächlich Schausteller der Hunde annahmen, veränderte sich das Wesen auch deutlich zu einem extrovertierteren, lustigeren Charakter. Bei Standardfestlegung waren diese Unterschiede so deutlich abgegrenzt, dass man sie zu einer eigenen Rasse machte.
Mit dem russischen Bolonka franzuska hatte sie ÜBERHAUPT nichts zu tun. In der taxonimischen Systematik definiert "Art" (bei Hunden "Rasse") die Eigenschaften und Merkmale, die sich innerhalb einer Gruppe gleichen, die sich von anderen deutlich abgrenzen und daher zuordnen lassen, und die sich auf die Nachkommen vererben. Diese Merkmale treffen auf Bologneser und Bolonka franzuska zu, die FCI hat diesen Umstand im Einklang mit den russischen Verantwortlichen bestätigt, der Verband Deutscher Kleinhundezüchter hat dies dann entsprechend offiziell umgesetzt.

Zur Verdeutlichung: Die Rasse "Mops" heißt im englischen Sprachraum "Pug", es käme da aber niemand auf die Idee, daraus 2 Rassen zu konstruieren, wie es bei den Bolognesern/Bolonka franzuska von einem Personenkreis mit wohl ganz offensichtlich unzulänglichen Basiskenntnissen und eigenmächtigen, falschen Interpretationen der vorliegenden Rassehistorie immer wieder propagiert wird."

Copyright:
Verband Deutscher Kleinhundezüchter
Karin Biala-Gauß


Es sollte nun wirklich jeder Zweifel ausgeräumt sein denn das was wir hier veröffentlichen kann längstens von jedem nicht notorisch Lernresisitenten frei im Web eingesehen werden, so wie auch wir diese Stellungnahme einfach mal kurzerhand kopiert haben. Dagegen wird Karin Biala-Gauß ganz gewiß keine Einwände geltend machen. Den Auslöser dafür lieferte - wie so oft - eine völlig unsinnige Aussage auf einer privaten Homepage wo es heißt:
Anastasias Zarenhündchen schrieb wie folgt:
Seine dicht beharrte Rute wird über dem Rücken, links- oder rechtsseitig, eingerollt getragen. Seine Farbe ist stets ein reines Weiß. (Leider gibt es die weiße Farbvariante seit vielen Jahren in Deutschland nicht mehr, obwohl diese kleinen, süßen Wuschelköpfen sehr beliebt sind)

Die unsinnige Aussage ist zwar vom Autor der HP eingeklammert worden - rot gefärbt hier zur besseren Erkennbarkeit - doch das lediglich deswegen, weil die vorangestellten Sätze selbst eine verstümmelte Zitatstelle aus Svarovskys BI-Lexikon der Hunderassen sind.
Der Originaltext - hier der Vollständigkeit halber wiedergegeben:
Zitat:
Der B. f. ist immer weiß. Die sehr dicht behaarte Rute ist mittellang und wird über dem Rücken links- oder rechtsseitig gerollt getragen.

Halten wir also fest: Der Bolonka franzuska ist stets ein rein weißer Hund und es gab oder gibt von ihm keine andersfarbigen Varianten! Da diese Rasse - und hier irrte Hajo Svarovsky anno 1983 und mit ihm ein Heer hochangesehener Wissenschaftler als Gutachter - nunmal nichts anderes als der bekannte Bologneser ist, kann das auch nicht anders sein!
Wie dieser Irrtum entstand ist heuer nicht leicht nachzuvollziehen. Wir dürfen aber davon ausgehen, daß Svarovsky irgendein russisches Papier vorliegen hatte, aus dem er die dargelegten Eckdaten entnommen hat. Es ist ja auch irgendwo verständlich, daß ein Mensch, der seinerzeit selbst durch seine allgegenwärtige Präsenz auf diversen Veranstaltungen bekannt "wie ein Bunter Hund" gewesen ist, nicht alle Details der damals bereits angenommenen weltweiten 500 Rassen im Kopf haben kann. Das bilden sich höchstens die heurigen "Richter aller Groß- und Kleinrassen" in diversen obskuren Vereinen ein.
Was hingegen nicht einleuchtet ist, daß ein Züchter zu bequem oder zu abgehoben ist um sich intensiv mit den Gegebenheiten um seine Rasse / Rassengruppe vertraut zu machen. Irren kann jeder - doch wer Willens ist und recherchiert wird auch selbst über kurz oder lang seinen Irrtum erkennen können.
Dieses Lernenwollen ist es, was ich aber dem Großteil aller Hundeproduzenten absprechen muß. Die Erfahrungen welche man tagtäglich machen kann. sprechen eine beredte Sprache und davon sind leider auch Züchter im VK nicht auszunehmen. Das betrifft allerdings vordringlich den Bolonka zwetna!
_________________
Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.
(Robert Lembke)
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