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TA Christopher Mohr
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Netti
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Beitrag1/17, Verfasst am: 11.05.2015, 09:19   

Betreff:   TA Christopher Mohr
Zusatz:       Schmerzbehandlung, Fertilitätsproblem, Hypersexualität
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Unser Rüde Sammy, ein sonst robuster und gesunder Hund, lag vor ein paar Tagen zitternd auf seinem Platz. Zum Spielen war er nicht zu animieren und wenn ihnen die beiden Hündinnen dazu auffordern wollten, jaulte er auf. Beim Abtasten konnten wir nichts ungewöhnliches feststellen. Appetit war vorhanden, Temperatur und Zahnfleisch in Ordnung. Am nächsten Tag stand er früh auf und rannte ausgelassen herum, als wenn nichts gewesen wäre. Gut, damit war das für uns abgeschlossen. Allerdings ging es ihm einen Tag später, nach richtig ausgiebiger Bewegung, wieder genauso schlecht. Er zitterte am ganzen Körper und wenn er aufstehen wollte, sank er mit Schmerzlauten wieder herunter.

Nun war aber wirklich Handlungsbedarf notwendig. Unser Haustierarzt hatte geschlossen. Also besann ich mich auf den Tierarzt in Bischofswerda, Herrn Dr. Mohr. Schon oft hatte ich viel Gutes von ihm gehört, aber war noch nie in seiner Praxis. Deshalb fuhr ich mit Sammy zu ihm und wurde sehr freundlich empfangen. Sammy war gleich der Liebling der Praxis. Er wurde vom Tierarzt in einer Weise untersucht, wie es Physiotherapeuten bei uns vornehmen. Er wurde gestreckt, gedreht und alle Gliedmaßen in die nur denkbarsten Richtungen geschoben. Sammy ließ alles mit sich machen, schloss die Augen und schien die Behandlung zu genießen.

Diagnose: Sammy hatte einen Hexenschuss!
Behandlung: 1 Schmerz- und entzündungshemmende Spritze sowie 5 Tabletten für die nächsten 5 Tage sowie körperliche Schonung.

Sammy ist nun wieder ganz der Alte und fühlt sich bestens. Und wir haben mit einem sehr positiven Gefühl die Tierarztpraxis verlassen. Ich glaube kaum, dass so ohne Weiteres in einer anderen Praxis eine so eindeutige Diagnose gestellt worden wäre.




Fazit: Eine sehr empfehlenswerte Tierarztpraxis mit einem jungen, freundlichen und kompetenten Team.

Angeboten werden u.a.: Röntgen / Ultraschall, Endoskopie, Zytologie, Op´s, Homöopathie, Chiropraktik, ein eigenes Labor ist vorhanden.
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Netti
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Beitrag2/17, Verfasst am: 20.08.2015, 11:48   

Betreff: TA Christopher Mohr
Zusatz:       Untersuchung bei Trächtigkeitsproblemen
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Um den Erfahrungsschatz mit Dr. Mohr zu erweitern, möchte ich hier einen Fall schildern, so dass wir uns gemeinsam ein Bild von seinen Untersuchungsmethoden machen können:

Zur Vorgeschichte:

Unsere Hündin Luna sollte nach vier problemlosen Trächtigkeiten erneut Mama werden. Leider blieb dies erfolglos. Bis dahin machten wir uns nicht zuviele Gedanken und warteten die nächste Läufigkeit ab. Da sie aber auch beim nächsten Versuch wieder nicht aufnahm oder resorbierte, wollten wir nun dieser Sache gründlich nachgehen. Zwei Ärzte befragten wir dazu, bekamen aber keine zufriedenstellenden Antworten oder Lösungsvorschläge bzw. zeigten sie wenig Interesse wie dem nachzugehen sei.

Durch Sammys Hexenschuss, wie im vorhergehenden Beitrag geschildert, lernten wir Dr. Mohr kennen, welchem ich das Problem schilderte. Er machte uns sofort den Vorschlag die Hündin durch ihre nächste gesamte Läufigkeit zu begleiten, um die einzelnen Vorgänge auswerten zu können.

1. Untersuchung am 19.08.15

Nun war es soweit, dass sich die Läufigkeit einstellte und unsere Hündin wurde am 19.08.15 dem Tierarzt vorgestellt. Zuerst fragte er alles ab, was ihn wichtig erschien - Verlauf und Dauer vorangegangener Läufigkeiten, Verlauf Trächtigkeit, Ablauf und Dauer der Geburt, Anzahl der Welpen, Fragen nach Auffälligkeiten und natürlich auch viele Fragen zu unserem Rüden und dem Deckakt selber.

Anschließend untersuchte er Luna durch Abtasten des ganzen Körpers sehr intensiv und ganz besonders gründlich die Gebärmutter. Weiterhin hörte er lange Herz und Lunge ab und nahm sich für alles sehr viel Zeit. Er führte eine gynäkologische Untersuchung durch, nahm dabei einen Zellabstrich und untersuchte diesen mikroskopisch in seinem Labor.

1. Ergebnis 19.08.15

Herz- und Kreislauf in Ordnung. Gewicht und gesamter Gesundheitszustand sehr gut. Gebärmutter unauffällig.
Der Zellabstrich ergab: Es wurde etwas weißlich, krümeliges gefunden, was sich durch Blaufärbung in einer Lösung als Eiweiß herausstellte und vorerst unbedenklich ist.

Die Zellen entsprechen dem Proöstrus, also der Vorbereitungsphase, und sehen so aus, wie zu diesem Zeitpunkt zu erwarten. Die Zyklusbestimmung stimmte mit meinen Beobachtungen überein.

Weiteres Vorgehen:

Am 23. oder 24. 08.15 sollen wir wiederkommen. Ist die Hündin zu diesem Zeitpunkt in der Standhitze kommt auch gleich unser Rüde mit. Dann wird zuerst er untersucht, um eine Aussage über die Fertilität zu treffen. Ist dort alles in Ordnung gehen die Untersuchungen bei der Hündin weiter. Es wird in dem Fall wieder ein Abstrich genommen, um die Zellstruktur zu beobachten. Ist die eiweißhaltige Substanz dann noch vorhanden, wird durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt woher sie kommt.

Ich werde weiter berichten. Wink
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Beitrag3/17, Verfasst am: 21.08.2015, 06:56   

Betreff:  
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Liebe Netti,

das sind erneut sehr positive Erfahrungen, die den gewonnenen Ersteindruck aus einem anderen Fall nur unterstreichen. Es ist natürlich klar, daß der Herr Mohr kein asketischer Samariter ist sondern auch wirtschaften muß um seine Praxis zu finanzieren. Von daher wird die Rechnung nicht aus der Kaffekasse zu begleichen sein, zumal der 23. ja auch noch ein Sonntag ist = 100% Zuschlag sind da durchaus üblich denn wie bei einem Notfall, kann ja auch hier nicht einfach die Untersuchung auf einen genehmeren Tag verlegt werden.

Der Mann ist in jedem Falle sehr engagiert, das tut niemand, dem es nur um ein paar Zechinen geht. Er will helfen und hat auch den gesunden Ehrgeiz, die Ursache des Dilemmas zu ergründen - dann erst kann eine gezielte Therapie (sofern angeraten) einsetzen.
Bitte berichte unbedingt den weiteren Verlauf und die Schiebocker Praxis bleibt im Ranking ganz weit oben!
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Beitrag4/17, Verfasst am: 24.08.2015, 19:15   

Betreff: Und so geht es weiter ...
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Heute am 24.08.15 waren wir wieder mit unserer Hündin zur Untersuchung. Da sie sich seit gestern in der Standhitze befindet, nahmen wir auch gleich unseren Rüden wie besprochen mit. TA Mohr führte wiederum eine gynäkologische Untersuchung durch und entnahm einen Abstrich. Weiterhin wurde Blut zur Bestimmung des Progesteronwertes entnommen.

2. Ergebnis (24.08.):

Alle Untersuchungen waren sehr zufriedenstellend. Der Abstrich zeigte die Zellen im zu erwartenden Stadium. Das weiße Sekret vom letzten Mal war verschwunden und alles glasklar. Insgesamt eine gesunde Hündin, die laut Deckterminbestimmung aufnehmen kann.

Aufgrund dieses Befundes wurde nun unser Rüde andrologisch untersucht, da bei der Hündin zur Zeit mit keinen Problemen zu rechnen ist.

Diagnose:

Es wurden keine Samenfäden nachgewiesen!

Somit steht mit ziemlicher Sicherheit fest, dass Sammy der Grund für das Leerbleiben ist. Aufgrund dessen befand ich mich 2 Stunden später auf dem Weg zu einem anderen Deckrüden. Stimmt die Diagnose, dann werden wir bald kleine Welpen haben.

Dennoch werden wir die Hündin, sobald das möglich ist, noch einmal vorstellen, um eine Gelbkörperinsuffizienz auszuschließen. Diese ist verantwortlich dafür, dass die Trächtigkeit nicht erhalten bleiben kann. Zu dem Ergebnis werde ich zum gegebenen Zeitpunkt auch noch einmal schreiben.

Was unseren Rüden betrifft, so gibt es auch Möglichkeiten der Ursache auf den Grund zu gehen. Lt. TA Mohr kann er dazu eine Andrologin in Berlin empfehlen. Ob wir dies machen, steht zur Zeit noch nicht fest und werden wir mit ein bisschen Abstand entscheiden. Was wir aber tun werden, das ist grundsätzlich eine Untersuchung des Rüden um andere organische Erkrankungen auszuschließen.

Ein paar Worte zum TA Mohr:

Wir wurden sehr gut und freundlich beraten. Zu jedem Schritt gab es ohne Nachfragen eine genaue Erklärung. TA Mohr hat sich sehr viel Zeit genommen. Gerade heute haben wir den "Betrieb" sehr aufgehalten und nach uns war das Wartezimmer komplett voll. Trotzdem entstand bei der Untersuchung keinerlei Hektik.

Sobald es etwas neues gibt, schreibe ich hier weiter.
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Beitrag5/17, Verfasst am: 24.08.2015, 22:56   

Betreff:
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Es ist überaus angenehm, neben allerlei Unerfreulichkeiten auch solche positiven Erlebnisse nachvollziehen zu können. Ich denke, es war ein wirklicher Glücksfall, daß Du in dieser Praxis gelandet bist.

Jetzt fiebern wir natürlich alle mit Dir und freuen uns auf das zu erwartende Ereignis Smile

LG, Michael
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Beitrag6/17, Verfasst am: 25.08.2015, 10:27   

Betreff:
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Auch ich drücke euch die Daumen!

Und zu Dr. Mohr: Beachtlich, seine Leistungen, die sicherlich ihr Geld wert sind.
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Georg Bernard Shaw (1856 - 1950)
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Beitrag7/17, Verfasst am: 17.09.2015, 11:26   

Betreff: Resultat der Bemühungen
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Heute ist nun bereits der 25. Trächtigkeitstag unserer Hündin. Nun wollten wir unbedingt wissen, ob die Diagnose des Tierarztes richtig war und das Problem tatsächlich an unserem Rüden lag. Deshalb haben wir eine Ultraschalluntersuchung machen lassen.

Und hier das Ergebnis:



Der Tierarzt konnte 4 Welpen sehen, die definitiv erkennbar waren. Weiter wollte er sich verständlicherweise nicht festlegen.

Wir freuen uns jedenfalls sehr und es zeigt, dass seine Diagnose richtig war. Somit hat sich der ganze Aufwand gelohnt.

Das Ultraschallgerät brachte sehr deutliche Bilder. Es wurde alles darauf erkennbare erklärt und anschließend ein Stick mit den Fotos mitgegeben. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man die kleinen Herzchen der Welpen sieht.

Jetzt heißt es abwarten bis etwa zum 20. Oktober und Luna verwöhnen. Wink
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Beitrag8/17, Verfasst am: 17.09.2015, 12:22   

Betreff:
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Oh, Laughing

ich freu mich für euch, drücke euch die Daumen, dass alles glatt läuft.

LG
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Beitrag9/17, Verfasst am: 24.10.2015, 17:05   

Betreff: Lunas Welpen
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Nun möchte ich zum Abschluss dieses Themas noch ein Foto der Welpen zeigen, welche am 23.10.2015 zur Welt kamen. Es sind 4 Rüden und 1 Hündin. Ein Rüde ist schwarz mit weißen Abzeichen, die anderen haben die Farbe Harlekin. Allen Welpen und der Mama geht es prima.


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Beitrag10/17, Verfasst am: 13.03.2016, 18:02   

Betreff: TA Christopher Mohr
Zusatz:       Behandlung eines liebeskranken Rüden (sexuelle Hyperaktivität)
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Zur Situation:

Unser Rüde Sammy leidet bei jeder Läufigkeit unserer Hündinnen extrem. Es fehlen mir zwar Erfahrungen mit anderen Rüden, aber ich denke dass unser "Exemplar" besonders schlimm ist. Dies äußert sich in unkonzentriertem, teils aggressivem Verhalten schon vor der Hitze der Hündin, in ständigem Markieren und Jammern. Wenn dies zu dieser Zeit noch mit Beschäftigung und Auspowern unter Kontrolle zu halten ist, so ist es in der Zeit der Standhitze eine Ausnahmesituation. Und dies nicht nur für den Rüden, sondern für unsere ganze Familie. Die Nächte werden zum Tag, d.h. er jammert lautstark ununterbrochen, obwohl die Hündin nicht in Reichweite ist. Sieht er sie, dann rennt er zu ihr und ist durch überhaupt nichts abzubringen sie in Ruhe zu lassen. Lässt sie ihn zu, ist die Sache klar. Möchte sie nicht, dann sitzt oder legt sich Sammy davor und bewacht sie unter stetem jammern und animieren. Sperrt man ihn in einen anderen Raum ist die Anschaffung eines neuen Türblattes vorprogrammiert. Nur das "Wegbringen" der Hündin am Tag bringt etwas Entspannung. Allerdings stellt Sammy in dieser Zeit das Fressen ein, schläft nicht und wenn er mal kurz zur Ruhe kommt fällt er vor Müdigkeit fast im Stehen um. Da wir Menschen nun am Tag auch anderen Beschäftigungen nachgehen müssen, als nur Hunde zu hüten, ist Sammy ständig an der Leine. Keine Sache, die toll ist, weder für den Hund noch für uns, aber die einzige Möglichkeit. Anbinden wäre ebenfalls Tyrannei. Kurzzeitige Versuche hatten das Ergebnis, dass die Leine zerrissen wurde.

Da nun, wie ich am 24.8.15 berichtete, bei Sammy keine Samenfäden mehr festgestellt wurden ist das Risiko sicher kleiner, dass es zu einer ungewollten Trächtigkeit kommt, aber nicht ausgeschlossen. Also haben wir begonnen nach einer für uns alle verträglichen Lösung zu suchen.

Besuch beim Tierarzt Mohr

Gleich zu Beginn der Läufigkeit stellten wir Sammy beim Tierarzt Mohr vor und schilderten die Situation. Seine erste Reaktion war: "Kastration". Danach erklärte er noch andere Möglichkeiten. Eine wäre die Kastration mit einem Chip, d.h. dieser wird wie der Transponder unter der Haut am Hals oder Bauch angebracht und erspart die OP. Die Wirkung beginnt nach etwa 4 Wochen wobei die ersten 2 Wochen eine Verschlimmerung des Verhaltens eintritt. Also in unserer Situation gerade ungeeignet. Danach hält die Wirkung reichlich 6 Monate an. Nebenwirkungen wären dieselben wie bei einer richtigen Kastration, nicht mehr und nicht weniger. Als Alternative und für uns in dieser Phase am geeignetsten stellte er die Möglichkeit einer Injektion des Arzneimittels "Tardestrex ad us. vet." vor. Dies wirkt innerhalb von 2 Tagen und hält etwa 4 Wochen an.

Ich entschied mich dazu diese Variante zu probieren in der Hoffnung, dass diese Läufigkeit ruhiger ablaufen würde. Herr Mohr erklärte aber, dass er dafür keine Garantie übernimmt ob es wirklich funktioniert.

Hier einmal die Angaben dazu vom Hersteller (Quelle:https://imedikament.de/tardastrex-ad-us-vet)

Zitat:
Zusammenfassung der Merkmale des Tierarzneimittels

1.Bezeichnung des Tierarzneimittels

Tardastrex ad us. vet. 10 mg/ml Injektionssuspension für Hunde (Rüden)

Delmadinonacetat

2.QUALTITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionssuspension enthält:

Wirkstoff

Delmadinonacetat 10,0 mg


Sonstige Bestandteile

Benzalkoniumchlorid 0,2 mg

Natriumchlorid

Citronensäure-Monohydrat

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.

3.DARREICHUNGSFORM

Injektionssuspension zur intramuskulären und subkutanen Anwendung.

4.Klinische Angaben

1.Zieltierart

Hund (Rüden)

2.Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart

Prostatahypertrophie, kleine Adenome der Perianaldrüsen, sexuelle Hyperaktivität und androgen-abhängige Angriffslust beim Rüden, wenn eine Kastration nicht erwünscht ist.

3.Gegenanzeigen

Diabetes mellitus, schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Mammatumoren. Langzeittherapie mit Glukokortikoiden. Nicht bei Rüden unter einem Jahr anwenden. Nicht intravenös anwenden.

Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

4.Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart

Keine.

5.Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Keine.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:

Beim Umgang mit progesteronhaltigen Zubereitungen ist erhöhte Vorsicht ratsam, insbesondere für Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, stillende Mütter oder Jugendliche.

Bei Hautkontakt betroffene Stellen mit Wasser und Seife reinigen.

Bei Kontakt mit den Augen sofort mit Wasser spülen.

Im Falle einer versehentlichen Selbstinjektion sollten Sie ärztlichen Rat in Anspruch nehmen.

6.Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)

Appetitsteigerung, vorübergehend erhöhter Durst und vermehrtes Wasserlassen. Gesteigerte Anhänglichkeit, ungewöhnlich ruhiges Verhalten. Haut- und Haarveränderungen an der Injektionsstelle. Verminderter Geschlechtstrieb. Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, Erhöhung von Leberenzymen im Blutplasma (ALT, AP), Veränderungen des Gesäuges (Tumore, Hyperplasie, Zysten, Galaktorrhö).

In seltenen Fällen wurden vorübergehende Verdauungsstörungen beobachtet.

Delmadinoacetat kann eine adrenale Suppression verursachen. In Stresssituationen besteht dann während oder nach der Therapie für die behandelten Tiere das Risiko, eine Nebennierenrindeninsuffizienz zu entwickeln.

Um eine unerwünschte Gewichtszunahme zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Appetitsteigerung nicht mit Futterzulagen zu beantworten.

Das Auftreten von Nebenwirkungen nach Anwendung von Tardastrex ad us. vet. sollte dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Mauerstraße 39 - 42, 10117 Berlin oder dem pharmazeutischen Unternehmer mitgeteilt werden.

Meldebögen können kostenlos unter oben genannter Adresse oder per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung (Online-Formular ist unter der folgenden Adresse: http://www.vet-uaw.dezu finden).

7.Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode

Entfällt.

8. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen

Die Wirkung progestagener Substanzen kann bei gleichzeitiger Gabe von Enzyminduktoren wie Carbamazepin, Phenobarbital oder Rifampicin vermindert sein.

9.Dosierung und Art der Anwendung

Rüden:

bis 20 kg Körpergewicht 1,0 - 1,5 mg/kg

über 20 kg Körpergewicht 1,0 mg/kg

Die Applikation erfolgt einmal intramuskulär oder subkutan. Bei nachlassender Wirkung sind Wiederholungsbehandlungen frühestens nach 4 Wochen möglich. Langzeitanwendungen sind zu vermeiden.

10.Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich

Keine Angaben.

11.Wartezeiten

Entfällt.

5.Pharmakologische Eigenschaften

1.Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems, andere Progesterone.

ATC vet. Code:QG03DX91 Delmadinon.

Delmadinonacetat ist ein synthetisches langwirksames Progesteronderivat mit progestagener, antiandrogener und schwacher glukokortikoider Wirkung. Delmadinonacetat blockiert Androgenrezeptoren, hemmt die 5-Reduktase, die die Umwandlung von Testosteron zu dem potenteren Androgen 5-Dihydrotestosteron katalysiert, und vermindert durch Hemmung der Gonadotripinausschüttung die Bildung von Testosteron. Dadurch können androgen-abhängige Erkrankungen wie Prostatahypertrophie und Perianaldrüsenadenome positiv beeinflusst werden. Die Auswirkungen auf androgenabhängiges unerwünschtes Sexualverhalten beim Hund sind variabel, so dass mit Therapieversagern gerechnet werden muss. Delmadinonacetat vermindert die Insulinempfindlichkeit.

Aufgrund von Untersuchungen mit strukturähnlichen Progestinen, Cyproteronacetat und Chlormadinonacetat, einem hydrierten Analogon des Delmadinons, ist nicht auszuschließen, dass Delmadinon teratogene und genotoxische Eigenschaften besitzt.

2.Angaben zur Pharmakokinetik

Delmadinonacetat wird in der Leber reduziert, hydroxyliert, deacetyliert und glucuronidiert und mit der Galle und im Urin ausgeschieden.


Wie beschrieben treffen die Anwendungsgebiete genau auf unsere Situation zu. Auch die Dosierung wurde wie vorgegeben verabreicht.

Einziges Problem: Das Medikament zeigte keinerlei Wirkung, nicht einmal im Ansatz. Das Verhalten ist nach wie vor dasselbe. Auch ist keine Nebenwirkung zu erkennen, weder wie beschrieben "Appetitsteigerung, gesteigerte Anhänglichkeit, ungewöhnlich ruhiges Verhalten, verminderter Geschlechtstrieb", alles Dinge die erhofft wurden. Aber das ganze Gegenteil trat ein.

Nun werde ich beim Arzneimittelhersteller nachfragen und erhoffe mir dazu eine Erklärung. Das Ergebnis dazu werde ich dann hier kundtun.
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Beitrag11/17, Verfasst am: 21.03.2016, 12:39   

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Sammy ist mit Sicherheit nicht der "normale Rüde". Das wissen wir im Grunde seit der Fertilitätsuntersuchung. Die Ursache seiner Infertilität ist dabei noch nicht genauer eruiert worden. Einesteils mag das überflüssig scheinen da es am Istzustand vermutlich nichts wesentliches ändern würde. Andererseits scheint es mir aber auch kein rein andrologisches Problem zu sein.

Die Leidensfähigkeit der Menschen wird auf keine geringere Probe gestellt als die des Tieres selbst wobei ein Ausweg aus der Situation gefunden werden muß um das künftige Zusammenleben wieder erträglich zu gestalten.

Neben Homöopathie bliebe wohl einzig noch die TCM - aber das mache mal einer dem Tier verständlich.

Alles andere wäre eine "Endlösung" der blutigen Art, welche aber auch nicht 100%ig Sammys Liebesqual beenden muß.

Ich bin gespannt wie es beim nächsten Mal ausgeht.
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Beitrag12/17, Verfasst am: 21.03.2016, 14:26   

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Von dem Pharmakonzern kam bisher keine Antwort zu dem Medikament. Bei der nächsten Läufigkeit geben wir nun ein homöopathisches Mittel. Ansonsten bleibt leider wirklich nur die radikale Lösung.
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Beitrag13/17, Verfasst am: 21.03.2016, 17:12   

Betreff:
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Wenn der Hersteller nicht willens oder in der Lage ist, zu seinem Produkt zu stehen und für dessen absolute Unwirksamkeit auch nicht geradestehen will, muß man eben die Medien mit dem Fall betrauen - wer weiß was für unbrauchbares Zeug dort noch hergestellt wird. Ist ja so nur blanke Abzocke und davor darf und muß man die Öffentlichkeit warnen.

Es gibt ein Produkthaftungsgesetz und außerdem gibt es für Arzneimittel auch noch Zulassungsvorschriften die ziemlich streng sind. Da es ein zugelassenes Präparat ist und keinerlei Wirkung zeigt, muß unterstellt werden, daß Inhaltsstoffe entgegen der Zulassung durch preiswertere Ingredienzien substituiert wurden. Also Betrug - nicht mehr und nicht weniger!
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Beitrag14/17, Verfasst am: 02.10.2017, 17:11   

Betreff: Sammy und die Kastration
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Der Beitrag ist jetzt schon eine Weile her. Nun möchte ich einmal berichten wie es weiterging.

Sammys Liebesqualen nahmen also kein Ende und das Medikament zeigte bis zum Schluss keine Wirkung. Eine Antwort vom Pharmakonzern habe ich nie erhalten. Man mag sich nun seinen Teil denken.

Wir alle litten noch eine weitere Läufigkeit mit unserem Rüden und genauso chaotisch wie immer verlief es dann auch.

Danach überlegten wir - Kastration ja oder nein. Ich glaube ich habe mich mit Entscheidungen noch nie so schwer getan wie mit dieser. Vor allem war es die Tatsache, dass wir hier so massiv in die Natur eingreifen, zum anderen die Sorge dass es zu Problemen bei dem Eingriff kommen könnte. Aber auch das Wissen darum, dass die Ausstellungskarriere unseres Rüden, auf den wir immer stolz waren, an einem einzigen Tag beendet wurde. Immerhin sind wir durch ihn erst auf die Idee gekommen uns der Hundeszene anzuschließen. Außerdem fragten wir uns immer wieder wie sich Sammy wohl verändern würde. Es sollte wiederum ein halbes Jahr dauern bis wir uns nach einem Gespräch mit TA Mohr für die Kastration entschieden hatten. Der Termin stand fest und … die Mädels wurden heiß. Sammy war gerade in der akuten Leidensphase als er „unters Messer“ kam. Und in dem Moment und durch den wieder einkehrenden Stress für ihn und unsere ganze Familie war ich mir ganz sicher, dass uns nur diese eine Wahl bleibt um entspannt miteinander leben zu können.

Sammy wurde vorher durch ein Blutbild genauestens untersucht und alles war bestens. TA Mohr leistete wieder eine super Arbeit. Bei der Abholung kam mir Sammy schon entgegen, zwar etwas verwirrt aber fit. Die Wundheilung verlief problemlos und das Interesse an den Mädels war mit einem Schlag verschwunden obwohl sie in der Standhitze waren.

Ein halbes Jahr später …

Wir waren gespannt, wie wohl die nächste Läufigkeit ablaufen wird und ob Sammy tatsächlich kein Interesse haben würde oder doch wieder anfängt zu jammern.

Luna wurde als erste wieder läufig. Sammy schnupperte ab und zu mal, ging aber wieder weg. Anfangs versuchte er ein wenig zu markieren, lies es dann aber sein. Luna kam in die Standhitze und wurde regelmäßig von Debby „bestiegen“. Die Aufforderungen durch Luna an Sammy, die aber auch nur sehr geschwächt abliefen, ignorierte er weitestgehend. Bis … ja bis unser Sohn durch die Terrassentür in den Garten schaute und so beiläufig bemerkte … „die hängen“. Wink Tatsächlich, Sammy und Luna hatten es noch mal geschafft, auch wenn das „Hängen“ nicht sehr lange gewesen sein kann. Danach kamen beide herein und Sammy zeigte kein Interesse mehr. Na gut, da hatten die beiden eben ihren Spaß.

Insgesamt war das die entspannteste Läufigkeit nach 8 Jahren halbjährlicher Aufregung und wir haben noch keine Minute diese Entscheidung bereut. Im Gegenteil, wir hätten uns dazu schon viel eher durchringen sollen.

Wirkliche Veränderungen an Sammy kann ich nicht feststellen. Fressen tut er schon immer gerne, vor allem wenn es was ganz besonderes gut riechendes ist. Vom Verhalten ist er unser Giftzwerg geblieben. Vom Markieren ist nichts mehr festzustellen. Etwas eigensinniger ist er geworden, was ich aber eher auf das fortschreitende Alter schieben würde. Altersstarrsinn oder so Smile Und ruhiger ist er.

Fazit: Die Entscheidung war die einzig richtige. Nur unsere Einstellung, dass hier in späterer Zukunft nie wieder ein Rüde einziehen wird, ist geblieben. Und sicher bin ich mir, dass ein Rüde dieser Art in einer anderen Zuchtstätte nicht lange hätte bleiben dürfen.

Ich kann schlussendlich nur jedem empfehlen sich gut zu überlegen, ob er die Zeit und die Voraussetzungen aufbringen kann gemischtgeschlechtliche intakte Hunde zusammenzuhalten, wenn er Nachwuchs verantwortungsvoll planen möchte. Denn keinem Welpen sieht man ein solches Verhalten an. Bei jeder Läufigkeit sind Rüde und Hündin zu trennen, denn Upps-Würfe sind nicht zu akzeptieren. Einen seriösen Züchter macht eine kleine Zucht aus, von der er nicht leben kann. Folglich muss er einer ordentlichen Arbeit nachgehen. In einer Hitze müssen also die Hunde getrennt werden bis der Züchter wieder nach Hause kommt. Und da stellt sich mir die Frage wo „Quälerei“ eigentlich beginnt.

Als Sammy damals bei uns einzog war an Zucht nicht zu denken und zwei Jahre später, mit dem Kauf von Luna, haben wir alles bedacht aber niemals derartige Probleme. Nun gut, wir lieben unseren Rüden trotzdem.

Unsere „Sammy- Geschichte“ ist nur ein Beispiel wie es ablaufen kann. Es soll auch keine Werbung FÜR die Kastration sein. Immer noch bin ich der Ansicht, dass man sich diesen Schritt nicht leicht machen und wenn möglich vermeiden sollte.
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Beitrag15/17, Verfasst am: 02.10.2017, 20:33   

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Vielen Dank für diese ausführliche Schilderung eines sehr liebestollen Rüden, mit all den unvermeidbaren Begleitumständen.

Eines aber vornweg:
Netti schrieb wie folgt:
Aber auch das Wissen darum, dass die Ausstellungskarriere unseres Rüden, auf den wir immer stolz waren, an einem einzigen Tag beendet wurde.

Es ist nicht so, daß mit diesem Schnitt auch zugleich die Ausstellungskarriere beendet ist. In der Veteranenklasse sind lt. VDH-Reglement auch kastrierte, ehemalige Zuchtrüden zugelassen und zwar gleichberechtigt!

Daran wollte ich nur mal erinnert haben.

Ansonsten kann ich das Vorgehen absolut nachvollziehen, wenngleich auch mir sowas sehr nahegeht. Mit unserem Zuchtrüden Kolja ist das aber kein Vergleich - zum Glück!
Also es muß nicht jeder Junge so ein extremes Problem mit seinem Geschlechtstrieb haben und kann dennoch ein sehr produktiver Stammhalter und außerdem ein intensiver "Liebhaber" sein.
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