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Gewerbsmäßige Hundezucht
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Beitrag1/1, Verfasst am: 30.11.2017, 15:15   

Betreff:   Gewerbsmäßige Hundezucht
Zusatz:       Erlaubnispflichtigkeit gem. §11 Abs. 1 Punkt 3
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"Gewerbsmäßigkeit" und "Gewerblichkeit" sind zwei verschiedene Paar Latschen, die grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben und nicht verwechselt werden dürfen!

Wir können ganz global festhalten, daß ein organisierter Züchter weder unter das Gewerberecht fällt, noch als gewerbsmäßig einzustufen ist, wenn er regelmäßig weniger als drei Würfe im Jahr hat. Theoretisch!

Nun kann aber der Fall eintreten, daß eine oder zwei Zuchthündinnen aus Alters- oder anderen Gründen nicht mehr züchterisch eingesetzt werden (können) und eine weitere Nachwuchshündin mit gerademal 10 Monaten erheblich zu jung für eine Verpaarung ist, ja noch nichtmal eine ZTP absolviert hat da die Voraussetzungen noch nicht gegeben sind. Das alles kratzt einen gefrusteten Schreibtischtäter im VA natürlich nicht denn der zählt nur, daß da drei Hündinnen sind die alle schonmal läufig gewesen sein müssen. Also sind sie nach dessen Lesart "zuchtfähig". Diese Koryphäe wird nun darauf pochen den Besitzer der Tiere als gewerbsmäßigen Züchter zu klassifizieren und zu einem Erwerb des "§11-Scheines" vergattern. Klar, es geht ihm nicht um die Hunde sondern nur darum Gebühren zu schinden!

In einem anderen VA kann man auf verständnisvolle Fachleute treffen, die nach einem Vororttermin und ggfs. der Einsichtnahme in das (hoffentlich!) korrekt geführte Zwingerbuch zu der vernunftgesteuerten Einschätzung kommen, daß es sich mit diesen drei Hündinnen selbstverständlich nicht um eine gewerbsmäßige Hundezucht handelt. Und wenn dann vllt. noch eine vierte Nachwuchshündin angeschafft wird, gilt das ebenso.

Fazit:
Gegen ungerechtfertigte Repressionen durch einen Behördenmitarbeiter kann man sich gerichtlich zur Wehr setzen. Dann muß man aber auch damit rechnen, eine Spirale loszutreten. Und wegen so einem Schreibtischtäter den Wohnort wechseln dürfte auch erheblich überzogen sein.
Natürlich: Wie man in den Wald hineinruft . . .
Also ist man immer gut beraten, von sich aus das Gespräch zu suchen und kommt man mit einem MA gar nicht klar, dann hat der schließlich auch einen Vorgesetzten!

Wenn es denn nicht anders geht, wird man sich damit abfinden müssen "zwangsvergewerbsmäßigt" zu werden und das kann im ungünstigten Falle auch schon mit zwei Hündinnen von denen keine in der Zucht ist "von Amts wegen" passieren. Das Verlangen, eine Alte Hündin zu kastrieren um nicht vergattert zu werden sollte mit einer Gegenanzeige gekontert werden denn so eine Forderung verstößt klar gegen das TSchGes !


Während die gewerbliche Hundezucht unter das Gewerberecht fällt und damit nur zweitrangig mit tierschutzrechtlichen Belangen zu tun hat, ist es bei der gewerbsmäßigen Hundezucht vereinfacht ausgedrückt genau andersherum!

Wenn ein Züchter drei oder mehr Würfe im Kalenderjahr hat, ist seine Zucht anmelde- und erlaubnispflichtig nach dem Tierschutzgesetz.
Alternativ trifft das auch zu, wenn er drei oder mehr fortpflanzungsfähige Hündinnen in eigener Haltung hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Tiere allesamt "unter einem Dach" oder an verschiedenen Orten leben. Rechtlich spricht man hier von einer Haltungseinheit.

Wichtig zu wissen ist, daß diese Festlegungen keinem Automatismus unterliegen sondern einer sogenannten Annahme seitens der zuständigen Aufsichtsbehörde, in dem Falle das örtliche Veterinäramt.

Gemäß dieser Regelung kann ein Amt auch "annehmen", daß selbst bei weniger als drei fortpflanzungsfähigen Hündinnen eine erlaubnispflichtige Gewerbsmäßigkeit vorliegt. Dazu werden alle entsprechenden Begleitumstände +/- gründlich geprüft.

Von Bedeutung ist ferner, daß die Ämter keine Differenzierung in Fragen der tatsächlichen Zuchtverwendung vornehmen sondern jede biologisch fortpflanzungsfähige Hündin rein willkürlich als Zuchttier deklarieren. Diese Vorgehensweise mag in gewissen Fällen durchaus berechtigt sein, gleichwohl muß sich ein organisierter, ehrlicher Züchter mit entsprechender Nachweisführung keine Unterstellung irgendeines +/- kompetenten Amtes gefallen und sich damit diskriminieren lassen!
Gerade vor dem Hintergrund, daß Veterinärämter in der Regel bei berüchtigten Massenproduzenten gerne - auch auf Geheiß ihres Dienstherrn Exclamation - wegschauen statt den Laden dicht zu machen, ist die gerichtliche Auseinandersetzung höchst angeraten.
Eine eventuelle Forderung, daß nicht, noch nicht oder nicht mehr züchterisch eingesetzte Hündinnen zur Alibisierung zu kastrieren seien ist nicht nur unverschämt anmaßend, sie ist zugleich ein klarer Rechtsverstoß gegen das sogenannte TSchGes. und darf keinesfalls befolgt sondern nur mit Gegenanzeige gekontert werden.

Nach unserer Rechtsauffassung ist einzig und allein die Zahl der Würfe p.a. als ausschlaggebendes Kriterium für eine Klassifizierung als gewerbsmäßiger Züchter zulässig. Dabei stellen wir auf maximal 4 Würfe innert 24 Monaten ab! Bei so einer Festlegung ist berücksichtigt, daß eine ungewollte Gravidität - egal ob durch eigenes Versehen oder unvermeidbares Fremdverschulden - niemals auszuschließen ist, sie muß auch nicht unmittelbar bemerkt werden!


Es geht hier nicht darum, Ämter und deren Mitarbeiter zur Zielscheibe zu machen - unser Anliegen ist einzig der Schutz unserer Mitglieder gegen ungerechtfertigte Forderungen und Amtsanmaßungen durch willkürliche Auslegung von Gesetzestexten zum Nachteil derer die damit geschützt werden sollen.
An erster Stelle steht dabei natürlich die Konfliktvermeidung und das ist allein Sache des Tierhalters, dem wir als Verein bei seinem Schritt selbstverständlich umfassend zur Seite stehen. Sollte also eine 3. Hündin in den Focus geraten, etwa weil eine andere in Rente geht oder aus Gründen der Standardkonformität bzw. eigener züchterischer Vorstellungen nicht oder nicht mehr zur Zucht verwendet werden kann, dann ist der erste Kontakt mit dem Amtsveterinär herzustellen und eine entsprechende Lösung wird sich - auch unter Hinzuziehung des betreuenden Haustierarztes - in aller Regel finden lassen!

Warum ist uns das so wichtig?
Es gibt genau einen Grund und der ist darin zu sehen, daß alle Massenproduzenten und Bastardierer auf eben diese Erlaubnis nach §11 verweisen und die als eine Art "geadelte Zucht" den gutgläubigen Interessenten verkaufen. Daß genau das Gegenteil zutrifft, merkt ein Welpenkäufer erst dann, wenn es zu spät ist!

Natürlich produzieren diese Leute nicht nur "Krüppel und Kranke", die Wahrscheinlichkeit zu einem Mißgriff ist bei diesen Welpenfabriken aber erheblich größer als bei einer sorgfältigen, vereinsbetreuten Zucht in überschaubarem Rahmen, die exakt aus diesen Gründen KEINE solche Erlaubnis benötigt!


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