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Autor: Netti Verfasst am: 12.06.2018, 20:28 Betreff: Teacup
Teacup – Hunde

Immer wieder wird man auf diversen Verkaufsportalen aber auch durch Zeitungsartikel und im wahren Leben mit sogenannten Teacup-Hunden konfrontiert. Sie werden als etwas Besonderes und exklusives beschrieben und damit der hohe Verkaufspreis schöngeredet.

Wie der Name Teacup (Teetasse) schon vermuten lässt, sind diese Tiere sehr winzig. Dies hat zur Folge, dass diese Hunde keine wirklichen mehr sein können, selten laufen sondern meist nur getragen werden. Sie taugen einfach gut als Accessoire und oft kommt mir der Verdacht auf, dass sich besonders die Damenwelt damit schmücken und auffallen möchte. Schließlich passt Hundi gut zur Handtasche, Frauchen wird beachtet, das Selbstwertgefühl gehoben und sie selbst wird offenbar an ihre Kindheit zurückerinnert in der das kleine Hundeplüschtier herumgetragen wurde. Der Traum vom ewigen Welpen, der Kinderherzen höher schlagen lässt und der Wunsch nach einem kleinen Kuscheltier ohne große Ansprüche wird dadurch erfüllt. Für mich stellt sich immer die Frage, ob diese ganz affinen Halter und Züchter dieser Minihunde irgendwelche Defizite in ihrer eigenen Kindheit durchleben mussten und diese nun mit dieser krankhaften Verzwergung aufholen müssen. Die verspielten Homepages mit ihren Blinkblink sowie Welpenbettchen in pink mit Himmelchen und Babyspielzeug überzeugen mich davon tatsächlich. Ganz beliebt sind dann auch noch Mini-Exemplare mit Kurzköpfigkeit welche dem Kindchenschema so richtig entsprechen.

Es gibt nun die verschiedensten Rassen, bei denen Teacups durch Möchtegernzüchter herausgezüchtet und vermehrt werden. Als Zwergpudelzüchter, fallen mir natürlich ganz oft die Teacuppudel ins Auge. Als wenn es nicht genug wäre, dass es schon 4 anerkannte Größen gibt – nein, man versucht sich noch kleiner, als dass es die kleinste Variante – der Toy – eh schon ist. Für mich ist die Grenze beim kleinen Zwerg erreicht, noch kleiner muss nicht sein.

Teacups oder auch TiniToy genannt sind zum einen Hunde, die nicht im Standard erfasst sind. Das ist ein Fakt, den jeder Käufer wissen sollte, wenn er tausende von Euro für ein solches angebliches Rassetier auf den Tisch legt und dem Züchter damit sein Leben finanziert.

Vorallem aber werden Teacups aus Kümmerlingen hervorgebracht. Normalerweise gehen die schwächsten Hunde nicht in die Zucht. Hier tut man es aber. Man verpaart schwache und kleingebliebene Tiere miteinander sowie Hunde welche einen solchen Gendefekt weitervererben, nur um der Miniaturisierung gerecht zu werden.

Vergessen wird dabei allerdings, dass zwar der Körper kleingezüchtet wurde, aber nicht unbedingt die Organe und selbige müssen dennoch in den Körper passen. Genauso verhält es sich mit dem Gehirn. Krankheiten sind also vorprogrammiert. Wen wundert es dann, dass sich die Fontanelle nicht schließt, dass die Luftröhre zusammenfällt, dass sich ein Lebershunt bildet und damit die Leberdurchblutung gestört ist? Oft ist es auch so, dass es zu Zahnfehlstellungen kommt, weil das Gebiss keinen Platz findet, dass sich der Kiefer verformt und auch dass das Herz von Grund auf geschädigt ist.

Ist es das, was sich ein Tierliebhaber für seinen Vierbeiner wünscht … Krankheiten, Schmerzen, Leid für den eigenen Hund?

Also liebe Hundefreunde, wenn ihr wirklich welche sein wollt, dann unterstützt nicht die Qualzuchten sondern die Zucht von kernigen gesunden Hunden, denen ein langes und spannendes Leben bevorsteht. Mit eurem Kauf dieser Teacups fördert ihr die Zucht weiterer Minihunde und deren Leiden. Lasst die Züchter auf ihren Mutationen sitzen und zahlt keine Rassehundepreise dafür. Mitleidskäufe sind hier nicht angebracht. Dann hört dieses Elend endlich auf und die Züchter überdenken wieder die Verpaarung. Seriöse Züchter nehmen Tiere, die extrem kleinen und / oder kurzköpfigen Nachwuchs hervorbringen, kein zweites Mal in die Zucht. Ein ausgewachsener gesunder Hund hat nicht die Größe eines Welpen!



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